Piercing
Behandlungshinweise
| Piercings bringen anfänglich meist leichte Probleme für den Körper mit sich, da es sich grundsätzlich um eine Wunde handelt, die durch den Schmuck bewußt offen gehalten wird. Mit der Zeit reagiert unser Körper dann in der Form, daß er um den Stichkanal herum eine neue Bindegewebshaut bildet. Erst wenn diese Neubildung abgeschlossen ist, kann man vom "Verheilen" der entsprechenden Wunde sprechen. Dieser Heilungsvorgang kann sich teilweise über mehrere Monate hinziehen, er wird aber auch vom gesundheitlichen Allgemeinzustand der gepiercten Person beeinflußt. Nach der Abheilungsphase verhindert der eingesetzte Schmuck, daß sich der Stichkanal wieder verschließt. Während der Abheilungsdauer (von wenigen Wochen bis zu fünf-sechs Monaten) sollte der Schmuck möglichst nicht, und wenn nötig, dann aber nur durch fachliches Personal (Tattoo-Studio) ausgewechselt werden. Beim Piercing der Zunge verschließt sich der Stichkanal leider schon nach wenigen Minuten, dieses bitte beim Wechsel von Schmuckteilen beachten ! Während des Heilungsprozesses sollten Sie bitte auf möglichst saubere Kleidung (frische Unterwäsche, keine Wollkleidung direkt auf den Piercings) achten. Am Wundrand entstandener Schorf sollte vor den eventuellen Drehen der Piercings vorsichtig entfernt werden (Alkohol zum Aufweichen verwenden). Typische Symptome des Abheilungsprozesses sind: leichte
Rötung der Haut rund um die Einstichstellen , Kribbeln ,eventuell Juckreize Grundsätzlich
sollten Sie keinerlei Salben oder Cremes in den Wundbereich einbringen. Den Kontakt
mit Körper (Schweiß, Schleim) und Fremdsekreten möglichst vermeiden.
Deshalb sollte in der ersten Phase der Abheilung möglichst auf Sport und
Fitness (vermehrte Schweißbildung) verzichtet werden. Auch übermäßig
warme Wannenbäder, langes Duschen oder Schwimmbadbesuche (chloriertes Wasser)
wirken sich oft ungünstig auf den Heilungsprozess aus. Sauna und Solarium
können nach einer kurzen Pause schrittweise wieder unbedenklich genutzt werden.
Zum allgemeinen Schutz des Piercings können auch steril verpackte Wund-Pflaster
verwendet werden.
Allgemeine
Gesichtspiercings Tägliche Reinigung der Wundränder mit alkoholischen Desinfektions-Präparaten oder Wasserstoffperoxid 3% (Apotheke) mittels sauberen Wattestäbchens. Verschorfungen vorsichtig lösen. Bei leichter Entzündung kann eine Betaisadona-Lösung, an die Einstichstellen gebracht, helfen. Zunge, Lippe, Mundraum Spülungen mit antibakteriellen Lösungen (z.B. Lysterine, Odol Med 3) können die Wundheilung unterstützen. Zahn- und Mundhygiene sind überaus wichtig. Der Rauchkonsum sollte - wenn möglich - für den Heilungszeitraum eingestellt oder zumindest dezimiert werden. Bauchnabel, Brustwarzen und Haut Da der Stichkanal des Piercings durch mehrere Hautschichten verläuft , dauert die Heilungsphase hier entsprechend lange und bedarf einer guten Pflege (Wasserstoffperoxyd 3%, Betaisadona-Lösung, Tyrosur-Gel, siehe oben) . Wenn möglich sollte in der ersten Woche zum Schutz des Piercings ein Pflasterverband (Achtung bei Allergien) getragen werden. Keine Hautcremes, keine Salben !!! Vermehrte Schweißbildung (Sport, Tanz, Disco ) vermeiden. Intimpiercings Sitzbäder
mit Kamillosan-Extrakten (Apotheke) können die Heilung unterstützen.
Vermehrt auf saubere Unterwäsche (täglicher Wechsel) achten. Da der
Intimbereich als "körperwarme" Region bezeichnet werden kann, muß
gerade hier mit einer etwas längeren Heilungsphase gerechnet werden. Achtung vor fremden Körperflüssigkeiten wie Urin und Sperma ; eine Infektionsgefahr droht !!!
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